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Journale indigen-christlicher Eliten Afrikas und Asiens im 19. und frühen 20. Jh.

  

Am Lehrstuhl ist ein größeres Forschungsprojekt in Vorbereitung, das die Journale und Periodika indigen-christlicher Eliten aus vier ausgewählten Regionen Asiens und Afrikas im 19. und frühen 20. Jh. erfassen, analysieren und vergleichend zueinander in Beziehung zu setzen sucht. Dabei soll einerseits nach den spezifischen Themen gefragt werden, die in diesen Journalen verhandelt werden, und andererseits nach der kognitiven Interaktion indigen-christlicher Eliten aus unterschiedlichen Kolonialgesellschaften des späten 19. und 20. Jh.s. Was wußten und erfuhren „gebildete“ einheimische Christen und Führungspersönlichkeiten von einander (durch diese und andere Medien)? Wieweit kam es in der Folge auch zu direkten Kontakten und Ansätzen einer nicht-missionarischen - transregionalen und transkontinentalen - Netzwerkbildung?

 

Ein wichtiges Dokument aus dem Asien des späten 19. Jh.s stellt dabei der Christian Patriot als Sprachrohr der christlichen Intelligensia Südindiens dar, der auf dieser Website an anderer Stelle ausführlich (in ausgewählten Texten) dokumentiert wird. Im Folgenden sollen weitere einschlägige Journale und Periodika Afrikas und Asiens vorgestellt werden, die von einheimischen Christen herausgegeben bzw. als Autoren entscheidend geprägt wurden. Dabei sollen v.a. programmatische Aussagen und „Gründungstexte“ oder Rückblicke dokumentiert werden, die Auskunft geben über die Zielsetzungen, Erwartungen und konkreten Erfahrungen , die sich mit der Gründung dieser Journale verbanden.

 

Viele einschlägige Journale sind schlecht erhalten, über verschiedene Bibliotheken verstreut und nur schwer zugänglich. Verschiedene der im Folgenden präsentierten Dokumente werden hier erstmals der internationalen akademischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie stellen zugleich wichtige Materialien für die Erforschung und künftigen Theorie einer transkontinentalen ‚Indigenous Christian Public Sphere’ dar. Das ist eine Fragestellung, die bislang weder in der traditionellen missionshistorischen Forschung noch in neueren Ansätzen des aktuellen globalisierungshistorischen Diskurses Beachtung gefunden hat. Sie ist aber zum Verständnis von Prozessen großräumiger Vernetzung im Bereich der außereuropäischen Christentumsgeschichte – die nicht nur aus der Perspektive der westlichen Missionen beschrieben werden – von erheblicher Bedeutung.